Eine oberirdische Regenwasserzisterne kann eine praktische Möglichkeit sein, Niederschlagswasser zu sammeln und für die Gartenbewässerung bereitzustellen. Im Gegensatz zu einem unterirdischen Erdtank wird sie auf einer geeigneten vorbereiteten Fläche aufgestellt und muss nicht eingegraben werden. Dadurch kann sie insbesondere für bestehende Gärten, Nachrüstungen und Grundstücke mit geeigneten freien Stellflächen interessant sein.
Damit die Zisterne später zuverlässig genutzt werden kann, sollte die Auswahl sorgfältig geplant werden. Nicht allein das Speichervolumen entscheidet darüber, ob ein Tank geeignet ist. Auch Dachfläche, Niederschlag, Wasserbedarf, verfügbare Stellfläche, Grundriss, Anschlüsse und die geplante Wasserentnahme müssen berücksichtigt werden.
Die folgenden Schritte zeigen, worauf bei der Auswahl und Planung einer oberirdischen Regenwasserzisterne für die Gartenbewässerung geachtet werden sollte.
Schritt 1: Gartenfläche bestimmen
Zunächst sollte festgelegt werden, welche Bereiche des Gartens mit dem gesammelten Regenwasser bewässert werden sollen.
Dabei kann es sich um Blumenbeete, Gemüsebeete, Rasenflächen, Sträucher oder andere Grünbereiche handeln. Je größer die zu versorgende Fläche ist, desto höher kann der Wasserbedarf ausfallen.
Eine möglichst genaue Bestandsaufnahme bildet deshalb die Grundlage für die weitere Planung.
Schritt 2: Wasserbedarf einschätzen
Im nächsten Schritt sollte der voraussichtliche Wasserbedarf des Gartens ermittelt werden.
Dieser hängt unter anderem von der Größe der Fläche, der Bepflanzung, der Jahreszeit und der gewünschten Bewässerungshäufigkeit ab.
Ein kleiner Garten mit wenigen Beeten benötigt normalerweise eine andere Speicherkapazität als eine große Gartenanlage mit mehreren Bewässerungsbereichen.
Schritt 3: Angeschlossene Dachfläche prüfen
Die verfügbare Dachfläche ist eine wichtige Grundlage für die Regenwassersammlung.
Zunächst sollte festgestellt werden, welche Dachflächen tatsächlich an die Zisterne angeschlossen werden können. Dabei können je nach Grundstück beispielsweise Hausdächer, Garagen oder andere geeignete Dachflächen berücksichtigt werden.
Eine größere angeschlossene Dachfläche kann grundsätzlich mehr Regenwasser liefern.
Schritt 4: Niederschlag berücksichtigen
Neben der Dachfläche muss der örtliche Niederschlag berücksichtigt werden.
Die Regenwassermenge kann je nach Region und Jahreszeit unterschiedlich ausfallen. Deshalb sollte die Planung auf realistischen Niederschlagswerten basieren.
Auch längere trockene Perioden sollten berücksichtigt werden, da während dieser Zeit weniger neues Wasser in den Speicher gelangt.
Schritt 5: Passende Zisternengröße berechnen
Nachdem Dachfläche, Niederschlag und Wasserbedarf bekannt sind, kann die passende Speichergröße eingegrenzt werden.
Ein Größenrechner kann dabei eine erste Orientierung geben.
Die Berechnung sollte anschließend mit den tatsächlich verfügbaren Speichergrößen verglichen werden. Ein zu kleiner Tank kann schnell leer sein, während ein überdimensionierter Speicher möglicherweise nicht ausreichend gefüllt wird.
Schritt 6: 5.000 Liter oder 10.000 Liter vergleichen
Für viele Gartenprojekte können unterschiedliche Speichergrößen infrage kommen.
Eine 5.000-Liter-Zisterne kann für bestimmte private Gärten interessant sein. Bei größeren Bewässerungsflächen kann dagegen ein Speicher mit 10.000 Litern oder mehr sinnvoll sein. Für Gartenbewässerung und größere Grünflächen kann eine Regenwasserzisterne oberirdisch eine praktische Möglichkeit zur Speicherung von Niederschlagswasser bieten.
Die Entscheidung sollte nicht allein anhand der Literzahl getroffen werden. Dachfläche, Wasserangebot und Verbrauch müssen gemeinsam betrachtet werden.
Schritt 7: Verfügbare Stellfläche vermessen
Vor der Auswahl sollte die vorgesehene Stellfläche genau vermessen werden.
Dabei müssen Länge, Breite und Höhe des Speichers berücksichtigt werden. Auch der notwendige Platz für Zulauf, Überlauf und Wasserentnahme sollte eingeplant werden.
Besonders bei schmalen Grundstücksbereichen kann der Grundriss des Speichers entscheidend sein.
Schritt 8: Passenden Grundriss auswählen
Flexible Regenwasserspeicher können unterschiedliche Grundrisse besitzen.
Ein bestimmtes Speichervolumen kann beispielsweise in einer breiteren oder länglicheren Ausführung angeboten werden.
Bei begrenzten Stellflächen kann ein passender Grundriss dabei helfen, den vorhandenen Platz besser auszunutzen.
Schritt 9: Untergrund prüfen
Eine oberirdische Zisterne muss auf einer ebenen und tragfähigen Fläche aufgestellt werden.
Das ist besonders wichtig, weil das Gewicht des Speichers bei voller Befüllung erheblich sein kann.
Vor der Aufstellung sollte deshalb geprüft werden, ob der vorhandene Untergrund geeignet ist oder vorbereitet werden muss.
Schritt 10: Standort zur Dachentwässerung planen
Der Standort sollte möglichst sinnvoll zur vorhandenen Regenwasserführung gewählt werden.
Eine kurze Verbindung zwischen Dachablauf und Zisterne kann die Leitungsführung vereinfachen.
Gleichzeitig muss darauf geachtet werden, dass der Standort für die spätere Wasserentnahme zur Gartenbewässerung geeignet ist.
Schritt 11: Entfernung zu den Bewässerungsflächen berücksichtigen
Nicht nur der Abstand zum Dachablauf ist wichtig.
Auch die Entfernung zwischen Zisterne und Gartenflächen sollte berücksichtigt werden.
Lange Leitungswege können zusätzlichen Materialbedarf verursachen und die Anforderungen an die Wasserförderung erhöhen.
Schritt 12: Regenwasserzulauf planen
Das Regenwasser muss kontrolliert in die Zisterne gelangen.
Je nach vorhandener Anlage können Regensammler, Schläuche, Schellen und weitere Anschlusskomponenten benötigt werden.
Vor dem Kauf sollte deshalb geprüft werden, welche Anschlüsse vorhanden sind und welche zusätzlichen Teile erforderlich sind.
Schritt 13: Überlauf berücksichtigen
Eine Zisterne kann bei starken Niederschlägen vollständig gefüllt werden.
Deshalb sollte bereits bei der Standortplanung eine geeignete Überlauflösung berücksichtigt werden.
Das überschüssige Wasser muss kontrolliert abgeführt werden, damit keine Gebäude, Elektroanlagen oder Nachbargrundstücke gefährdet werden.
Schritt 14: Wasserentnahme festlegen
Anschließend sollte festgelegt werden, wie das gespeicherte Wasser aus der Zisterne entnommen wird.
Bei einer einfachen Nutzung kann eine geeignete Entnahmemöglichkeit ausreichend sein. Bei größeren Gartenflächen oder längeren Leitungen kann dagegen eine Pumpe erforderlich sein.
Die Wasserentnahme sollte an die geplante Bewässerung angepasst werden.
Schritt 15: Pumpe richtig auswählen
Wenn eine externe Pumpe benötigt wird, sollte diese nicht nur anhand der Speichergröße ausgewählt werden.
Wichtige Kriterien sind Fördermenge, Betriebsdruck, Leitungslänge und Höhenunterschied.
Eine kleine Gartenbewässerung benötigt andere Voraussetzungen als ein größeres Bewässerungssystem mit mehreren Entnahmestellen.
Schritt 16: Bewässerungssystem berücksichtigen
Die Art der Gartenbewässerung beeinflusst ebenfalls die technische Planung.
Je nachdem, ob einzelne Bereiche manuell bewässert oder mehrere Flächen über Leitungen versorgt werden, können unterschiedliche Komponenten erforderlich sein.
Vor dem Kauf sollte daher feststehen, wie das Wasser später verteilt werden soll.
Schritt 17: Zubehörbedarf prüfen
Neben der Zisterne können verschiedene Zubehörteile erforderlich sein.
Dazu gehören beispielsweise Regensammler, Schläuche, Schellen und weitere Anschlusskomponenten.
Auch eine externe Pumpe kann je nach Nutzung notwendig sein. Da solche Komponenten nicht automatisch im Tankpreis enthalten sind, sollte der Lieferumfang genau geprüft werden.
Schritt 18: Nachrüstung berücksichtigen
Eine oberirdische Zisterne kann eine interessante Möglichkeit sein, wenn eine bestehende Gartenanlage nachträglich um eine Regenwasserspeicherung ergänzt werden soll.
Dafür sollte zunächst geprüft werden, wie das Regenwasser bisher abgeführt wird.
Anschließend können geeignete Anschlussstellen, Speichergröße und Standort festgelegt werden.
Schritt 19: Kosten vollständig betrachten
Bei der Auswahl sollte nicht nur der Preis des Tanks betrachtet werden.
Zusätzliche Kosten können für die Vorbereitung der Stellfläche, Regensammler, Schläuche, Schellen, Leitungen und eine Pumpe entstehen.
Eine vollständige Kostenplanung berücksichtigt deshalb alle Bestandteile der geplanten Regenwassernutzung.
Schritt 20: Lieferumfang vergleichen
Vor dem Kauf sollten Produktinformationen und Lieferumfang sorgfältig geprüft werden.
Dabei sind insbesondere Speichervolumen, Maße, Ausführung und enthaltenes Zubehör relevant.
Wenn bestimmte Komponenten separat erworben werden müssen, sollten diese Kosten in die Gesamtplanung einbezogen werden.
Schritt 21: Sicherheit am Standort beachten
Der Standort sollte so gewählt werden, dass ein möglicher Wasseraustritt keine Schäden verursacht.
Insbesondere in der Nähe von Gebäuden und Elektroanlagen ist eine sichere Wasserführung wichtig.
Auch der Überlauf sollte so geplant werden, dass angrenzende Grundstücke nicht gefährdet werden.
Schritt 22: Speicher nicht für Trinkwasser verwenden
Eine solche Regenwasserzisterne ist für die Speicherung von Regenwasser für geeignete Nutzungszwecke vorgesehen.
Das gespeicherte Wasser sollte nicht als Trinkwasser eingeplant werden.
Bei der Planung muss daher klar festgelegt werden, dass die Nutzung beispielsweise auf geeignete Gartenbewässerung ausgerichtet ist.
Schritt 23: Saisonale Unterschiede einplanen
Der Wasserbedarf eines Gartens verändert sich im Jahresverlauf.
Während trockener und warmer Perioden kann mehr Bewässerungswasser benötigt werden. Gleichzeitig kann in längeren Trockenphasen weniger Regenwasser nachgespeist werden.
Deshalb sollte die Speichergröße so gewählt werden, dass sie zur erwarteten Nutzung und zum regionalen Regenwasserangebot passt.
Schritt 24: Zisterne und Gartenfläche aufeinander abstimmen
Die Speichergröße sollte mit der tatsächlich zu bewässernden Fläche abgestimmt werden.
Ein sehr großer Speicher ist nicht automatisch sinnvoll, wenn nur eine kleine Gartenfläche bewässert wird.
Umgekehrt kann ein kleiner Speicher bei einer großen Gartenfläche schnell nicht mehr genügend Wasser bereitstellen.
Schritt 25: Gesamtsystem vor dem Kauf prüfen
Vor der endgültigen Auswahl sollten alle Komponenten gemeinsam betrachtet werden.
Dazu gehören Dachfläche, Niederschlag, Wasserbedarf, Speichervolumen, Grundriss, Stellfläche, Untergrund, Zulauf, Überlauf, Leitungen, Pumpe und Zubehör.
Eine solche Gesamtplanung hilft dabei, eine Zisterne auszuwählen, die tatsächlich zu den Bedingungen vor Ort passt.
Oberirdische Zisterne sinnvoll aufstellen
Nach der Auswahl muss die Aufstellung sorgfältig vorbereitet werden. Die Fläche sollte eben und ausreichend tragfähig sein.
Der Speicher sollte so positioniert werden, dass Zulauf und Überlauf problemlos angeschlossen werden können. Gleichzeitig sollte die Wasserentnahme für die Gartenbewässerung praktisch erreichbar sein.
Auch ausreichend Platz für Wartung und Kontrolle sollte berücksichtigt werden.
Zisternengröße langfristig planen
Eine Regenwasserzisterne sollte nicht ausschließlich nach dem aktuellen Bedarf ausgewählt werden. Wenn künftig weitere Gartenbereiche bewässert werden sollen, kann eine größere Speicherkapazität interessant sein.
Gleichzeitig darf der Speicher nicht unabhängig von der verfügbaren Dachfläche betrachtet werden.
Eine ausgewogene Planung berücksichtigt daher die aktuelle Nutzung und mögliche zukünftige Anforderungen.
Oberirdische Zisterne bei schmalen Flächen
Bei begrenzten Grundstücksflächen kann die Auswahl des Grundrisses besonders wichtig sein.
Ein länglicher oder anders geformter Speicher kann möglicherweise besser in eine schmale Stellfläche integriert werden.
Dabei müssen jedoch immer die tatsächlichen Außenmaße und die notwendigen Anschlussbereiche geprüft werden.
Fazit
Eine oberirdische Regenwasserzisterne für die Gartenbewässerung sollte Schritt für Schritt ausgewählt und geplant werden. Am Anfang stehen die Ermittlung der zu bewässernden Fläche, des Wasserbedarfs und der verfügbaren Dachfläche.
Anschließend sollten Niederschlag und benötigtes Speichervolumen berücksichtigt werden. Danach folgen die Auswahl des passenden Grundrisses, die Prüfung der Stellfläche und die Vorbereitung eines ebenen und tragfähigen Untergrunds.
Auch Zulauf, Überlauf, Leitungen, Wasserentnahme, Pumpe und Zubehör gehören zur Gesamtplanung. Eine sorgfältige Auswahl kann dabei helfen, den Speicher sinnvoll an den Garten und die vorhandenen Platzverhältnisse anzupassen.
Besonders flexible oberirdische Lösungen können für geeignete Grundstücke und Nachrüstungen interessant sein, da sie auf einer vorbereiteten Fläche aufgestellt werden und nicht eingegraben werden müssen. Wer alle relevanten Faktoren gemeinsam betrachtet, schafft eine gute Grundlage für eine funktionierende Regenwassernutzung im Garten.